Diskussionsrunde über das "ewige" Leben
mit Frank Madeo und Christoph Bezemek
Wie können wir ewig leben – und wollen wir das überhaupt?
Der Talk der 7. Fakultät am 19.01.2026 brachte zwei Persönlichkeiten zusammen, die nicht oft gemeinsam auf einer Bühne stehen: einen Rechtswissenschaftler im Dialog mit einem Lebenswissenschaftler. Zusammen mit Christoph Bezemek beleuchtete MetAGE-Forschungsdirektor Frank Madeo, was gesundes Altern wirklich bedeutet – jenseits von Schlagzeilen, Hacks und Hypes.
Die Diskussion begann mit einer bewusst provokanten Frage:
Können wir unsere Jugend „hacken”, wie es der Tech-Unternehmer Brian Johnson versucht – indem wir unser gesamtes Leben auf Langlebigkeit ausrichten und täglich fast 100 Tabletten einnehmen?
Frank Madeo lieferte einen ernüchternden wissenschaftlichen Gegenpol:
„Jede Tablette mit einer Wirkung hat auch Nebenwirkungen. Hundert Tabletten können hundert Nebenwirkungen bedeuten – und wir wissen immer noch nicht, was das langfristig mit dem Körper macht.”
Noch wichtiger: Ist das ein gut gelebtes Leben?
Wenn radikales Biohacking nicht die Antwort ist, was dann?
Die Forschung weist auf vier gut etablierte Säulen hin, die die Gesundheit über die gesamte Lebensspanne hinweg unterstützen:
Ernährung, körperliche Aktivität, Schlaf und soziale Kontakte.
Einfach in der Theorie, schwierig in der Praxis und durch Beweise gestützt.
Warum brauchen wir dann noch Alterungsforschung?
Wir wollen verstehen, wie Alterung funktioniert – insbesondere, wie sich der Stoffwechsel im Laufe der Zeit verändert. Erst dann können wir über allgemeine Ratschläge hinausgehen und gezielte, wissenschaftlich fundierte Strategien entwickeln. Bei MetAGE untersuchen wir genau diese Mechanismen, um Maßnahmen (wie Fastenmimetika) zu identifizieren, die ein gesundes Altern unterstützen, ohne Unsterblichkeit zu versprechen.
Gesundes Altern ist mehr als die Summe seiner Teile und ein Thema, das es wert ist, über Fachgrenzen, Generationen und die Gesellschaft als Ganzes hinweg diskutiert zu werden.
(Zusammengefasst von Ariane Pessentheiner)